Teewasser und was man beachten sollte

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10 Tipps für die Zubereitung von gutem Tee

Die Qualität des aufgegossenen Tees hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ganz wichtig ist bei der Teezubereitung das Teewasser, welches der Ottonormalverbraucher aus seiner Leitung bezieht. Es gibt allerdings regionale Unterschiede, was die Qualität des Leitungswassers in Bezug auf Tee betrifft.

1. Verwenden Sie nur frisches Wasser

Für den Teegenuss sollten Sie nur frisches Wasser verwenden. Vermeiden Sie abgestandenes Wasser. Manche Leute neigen dazu, das Wasser über Nacht in ihrem Wasserkocher zu belassen und verwenden dieses Wasser für ihren nächsten Aufguss am Morgen. Gesundheitliche Schäden werden Sie dadurch zwar nicht bekommen – allerdings einen deutlichen Qualitätsverlust bei ihrem Tee verspüren.

2. Kochen Sie das Teewasser nicht tot

Sollten Sie einen Oolong oder einen schwarzen Tee mit 100 Grad zubereiten, sollten Sie das Wasser nicht mehrmals aufkochen. Dies führt erfahrungsgemäß ebenfalls zu einem Qualitätsverlust des Wassers. Nehmen Sie jedes Mal nur so viel Wasser, wie Sie für ihren Tee benötigen und füllen Sie ihren Wasserkocher öfters nach. Hierbei sparen Sie zudem noch Wasser und Energie und schonen die Umwelt, weil kein Wasser unnötig im Wasserkocher verbleibt. Wie oft kochen wir zu viel Wasser auf, sodass der Wasserkocher immer noch halb voll ist, obwohl wir das Wasser überhaupt nicht benötigen? Viel zu oft.

3. Nehmen Sie weiches Wasser für die Teezubereitung

Oft ist das Leitungswasser für die Teezubereitung viel zu hart! Achten Sie unbedingt darauf, dass das Wasser weich ist, eine geringe Gesamthärte aufweist und einen niedrigen PH-Wert besitzt. Dies hört sich schwieriger an, als es letzten Endes ist. Unter folgendem Link können Sie die Gesamthärte des Wassers für ihren Wohnort bestimmen.

4. Bereiten Sie ihr Wasser auf, falls es zu hart ist

Falls ihr Leitungswasser für die Teezubereitung zu hart ist, sollten Sie ihr Wasser aufbereiten. Die perfekte Gesamthärte für ihr Wasser ist unterhalb von einem Härtegrad von 8. Erst unterhalb von einem Gesamthärtegrad von 8 spricht man in Deutschland von weichem Wasser. Sollte Ihr Wasser Mittelhart (Härtegrad 8 – 14) oder sogar hart (über 14) sein, sollten Sie Ihr Wasser auf alle Fälle aufbereiten.

Ich habe das Wasser in meinem Heimatort im Süden von München mit einem Gewässeruntersuchungskoffer gemessen, wobei ich eine Gesamthärte von 22,5 ermitteln konnte, was extrem hart ist. Der PH Wert lag bei 7,4, was auch recht hoch ist.

Mit einem Photometer wurden einige Mewsswerte ermittelt

Mit einem Photometer wurden einige Mewsswerte ermittelt

Ist dies nun ungesund für den Menschen? Auf keinen Fall! Eine hohe Gesamthärte ist nicht ungesünder als weiches oder mittelhartes Wasser. Es sind einfach viele Erdalkalien im Wasser vorhanden, welche der menschliche Organismus zum Leben benötigt. Das Problem ist nur: Mit hartem Wasser schmeckt der Tee viel schlechter. Zudem mindert der hohe Kalkanteil die Qualität der feinen Tonkännchen und das Teearoma kann sich nicht wirklich in der Kanne verfestigen. Ist weiches Wasser dann ungesund? Auch diese Frage kann verneint werden. Weiches Wasser ist nicht ungesund, es sind nur nicht so viele Erdalkalien vorhanden. Der Mensch nimmt allerdings durch seine normale Ernährung genügend Erdalkalien auf, weshalb die Aufnahme über das Wasser zu vernachlässigen ist. Der Kalziumgehalt in einem Glas Milch ist circa 50-mal so hoch wie in einem Glas hartem Wasser. Einen kurzen aber aussagekräftigen Artikel über Wasser und Gesundheit finden Sie hier.

5. Ein Britafilter ist eine gute Möglichkeit um hartes Teewasser aufzubereiten

Ein Britafilter eignet sich hervorragend zur Teewasser Aufbereitung

Ein Britafilter eignet sich hervorragend zur Wasseraufbereitung

Wie ich oben schon erwähnt habe: Ich habe mein Leitungswasser gemessen und konnte folgende Werte festhalten:

Leitungswasser Landkreis München, südliche Region:

  • PH – Wert: 7,4
  • Karbonathärte: 16
  • Gesamthärte: 22,5
  • Chlor 0,68 mg/l
  • Kupfer 0,02 mg/l

Chlor und Kupfer habe ich nur aus Spaß gemessen: Alle Werte liegen im grünen Bereich. Allerdings ist das Wasser hier im Münchner Süden sehr hart und für die Teezubereitung mehr als nur ungeeignet. Deshalb bereite ich mein Wasser mit einem Britafilter zu. Dies soll keine Werbung für Brita sein, bestimmt gibt es auch andere gute Filter auf dem Markt, ich benutze diese aber seit Jahren privat und bin damit sehr zufrieden. Wie dem auch sei, ich habe das Wasser durch einen Britafilter laufen lassen und habe dieses danach nochmals analysiert

Britagefiltertes Wasser, Landkreis München, südliche Region:

  • PH – Wert: 6,3
  • Karbonathärte: 10,5
  • Gesamthärte: 6,5
  • Chlor: 0, 25 mg/l
  • Kupfer: 0,02 mg/l

Innerhalb weniger Minuten hat man mit einem Britafilter sehr hartes Wasser in weiches Wasser umgewandelt.

6. Eine Umkehrosmoseanlage offeriert sehr weiches Wasser

Eine Umkehrosmoseanlage in einem Haushalt

Eine Umkehrosmoseanlage in einem Haushalt

Ein Freund von mir besitzt eine Umkehrosmoseanlage und wohnt im Münchner Stadtzentrum. Er hat mir eine Wasserprobe von umkehrosmosegefiltertem Wasser zukommen lassen. Leider habe ich das Wasser in diesem Stadtteil nicht gemessen, laut Internet hat es allerdings eine Gesamthärte von 15,2. Nach der Aufbereitung des Teewassers in der Umkehrosmoseanlage konnte ich folgende Werte festhalten:

  • PH Wert: 6,1
  • Karbonathärte: 3,5
  • Gesamthärte: 4
  • Chlor: 1.04 mg/l
  • Kupfer 0,02 mg/l

Ob man nun Wasser von einem Britafilter oder eine Umkehrosmoseanlage für seinen Tee verwendet ist wohl reine Geschmackssache. Mir persönlich schmeckt das britagefilterte Wasser pur besser als das Wasser aus der Umkehrosmoseanlage. Dieses ist mir fast schon ein wenig zu sauer und zu sanft. Bei der Zubereitung von Tee scheiden sich hier aber die Geister. Aber eines ist sicher: Jeder Tee schmeckt je nach verwendetem Wasser anders. Oft lassen sich noch andere Nuancen des Tees mit dem Umkehrosmosewasser erschließen.

7. Verwenden Sie nur reines Wasser

Es klingt zwar banal, sollte aber trotzdem in diesem Beitrag Erwähnung finden. Benutzen Sie nur reines Wasser für ihre Teezubereitung. Bedenken Sie, dass Ihr Aufguss zu 99 Prozent aus Wasser besteht. Sie sollten hierbei kein Risiko eingehen und wirklich nur reines Teewasser verwenden. Sollten Sie mit Quellwasser experimentieren, seien Sie sich wirklich sicher, dass dieses Wasser frei von Verunreinigungen ist und über Trinkwasserqualität verfügt.

8. Nehmen Sie geruchsneutrale Wasserkocher für die Teewasserzubereitung

Jetzt haben Sie schon perfektes Wasser, und ihr Wasserkocher vermiest Ihnen die Tour? Das sollte nicht sein. Achten Sie darauf, dass ihr Wasserkocher keine Gerüche abgibt. Dies ist leider bei Wasserkochern aus Plastik oft der Fall. Ich würde Ihnen einen Wasserkocher auf Glasbasis oder Edelstahl empfehlen. Ich habe bereits verschiedene Wasserkocher durchprobiert, und bin mit Edelstahl bisher am besten gefahren.

9. Der Königsweg der Wasserzubereitung: Holzkohle!

Ich weiß auch noch nicht genau, woran es liegt, aber Teewasser, das mit Holzkohle aufbereitet wird, schmeckt einfach viel besser als das Wasser aus dem Wasserkocher. Es ist nicht nur beim Wasser so. Viele von uns kennen bereits den geschmacklichen Unterschied bei Gerichten, die mit Gas gekocht werden, im Vergleich zu Gerichten, die auf Elektrokochfeldern zubereitet werden. Über Holzkohle schmeckt das alles noch ein bisschen besser. Aber Vorsicht: Das ganze sollte man nur im Freien machen. Wir verwenden hierfür zum Beispiel einen Kelly Kettle.

10. Nehmen Sie sich Zeit – Entspannen Sie sich – Probieren Sie verrückte Dinge aus

Nichts ist schlimmer, als einen hochwertigen Tee unter Zeitdruck zuzuberreiten. Da hilft das beste Teewasser nicht mehr. Alles Gute braucht Zeit, so ist es auch mit der Teezubereitung. Machen Sie sich keinen Stress, auch wenn die Kartusche des Britafilters mal an ihrem Lebensende angelangt ist. Dann müssen Sie einmal auf normales Leitungswasser zurückgreifen, Sie werden es überleben. Wichtig ist, dass Sie für sich selber den besten Weg finden und der Tee Ihnen persönlich gut schmeckt. Aber seien Sie kreativ und probieren Sie verrückte Sachen aus. Nur so werden Sie ihren Geschmack verfeinern und neue Nuancen des Tees herausschmecken. Probieren Sie auch mal Wasser mit Bambuskohle aus oder verwenden Sie einen Filter aus Kokosnusschalen. Ihrer Kreativität sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Sollten Sie noch Fragen haben, posten Sie diese auf meine Facebookseite oder schreiben einen Komemntar. Und nun viel Spaß bei der perfekten Teewasserzubereitung.

 

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